ASME SA-265 (identisch mit ASTM A265) ist die Spezifikation für nickel- und nickelbasisplattierte Stahlbleche: ein Grundwerkstoff aus unlegiertem oder niedriglegiertem Stahl, auf den auf einer oder beiden Seiten eine Schicht aus Nickel oder einer Nickellegierung – etwa 625, 825 oder C-276 – vollflächig und durchgehend gebunden ist. Sie ist vor allem für Druckbehälter gedacht, gilt aber auch für andere Konstruktionen, bei denen die Korrosionsbeständigkeit der Legierung entscheidend ist. Steht auf Ihrer Zeichnung „nickelplattiertes Blech“, „Inconel-plattiertes Blech“ oder „Hastelloy-plattiertes Blech“, ist SA-265 fast immer die maßgebliche Spezifikation.

Von SA-265 abgedeckte Auflagewerkstoffe

Die Auflage muss die chemische Zusammensetzung der ASTM/ASME-Produktspezifikation der jeweiligen Legierung erfüllen. Die Norm nennt:

Spezifikation der AuflageTypische Legierungen (Handelsnamen)Typischer Einsatz
B162Nickel 200 / 201Natronlauge, Laugen
B127Legierung 400 (Ni-Cu)Flusssäure, Meerwasser
B168Legierung 600, 690Hochtemperatur, Beständigkeit gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion
B409Legierung 800 / 800HHochtemperatureinsatz
B424Legierung 825Schwefel- und Phosphorsäure, Sauergas
B443Legierung 625Sauergas, Meerwasser, Chloride und Säuren
B575Legierungen C-276, C-22, 59, C-4Hochkorrosive Chemie, Rauchgasentschwefelung
B333Legierung B-2 / B-3Salzsäure
B463, B582, B625Legierung 20, G-3, Typen 904L / 31 / 926Schwefelsäure, Mischsäuren

Weitere Nickelbasislegierungen sind nach Vereinbarung zwischen Besteller und Hersteller möglich. Shockwave plattiert unter anderem Nickel 200/201 sowie die Legierungen 400, 625, 825, C-276 und C-22 – siehe alle Werkstoffkombinationen für plattierte Bleche.

Grundwerkstoff

Der Grundwerkstoff kann jeder unlegierte oder niedriglegierte Stahl nach einer ASTM-Spezifikation für Druckbehälter oder Stahlbau sein – typischerweise SA516 Gr. 60/70, Cr-Mo-Güten SA387 oder Schmiedestücke SA266 / SA350 für Rohrböden, bzw. die europäischen Güten P265GH / P355. Zugversuche werden am Grundwerkstoff durchgeführt, der seine eigene Spezifikation erfüllen muss.

Bindefestigkeit

  • Scherversuch (wenn vom Besteller gefordert): mindestens 20.000 psi (140 MPa) zwischen Auflage und Grundwerkstoff, bei Auflagen ab 1,9 mm (0,075 in).
  • Alternative: drei 180°-Biegeversuche nach Vereinbarung zwischen Besteller und Hersteller.
  • Geprüft wird jedes Blech im Lieferzustand und nach simulierter Wärmebehandlung (SPWHT), wenn diese Zusatzanforderung bestellt ist.

Bindungsqualität und Ultraschallklassen

Die Auflage muss vollflächig und durchgehend gebunden sein. Bleche ab 10 mm (3/8 in) werden nach ASTM A578 mit Ultraschall geprüft; dünnere Bleche werden visuell geprüft, sofern keine UT bestellt ist. Der Besteller wählt eine Qualitätsklasse:

KlasseGrößte einzelne ungebundene FlächeUngebundene Fläche gesamt
Klasse 125 mm (1 in) größte Ausdehnung≤ 1 % der plattierten Fläche
Klasse 375 mm (3 in) größte Ausdehnung≤ 3 % der plattierten Fläche
Klasse 558 cm² (9 in²)≤ 5 % der plattierten Fläche

Ist keine Klasse bestellt, darf der Hersteller Klasse 5 liefern. Eine vollständige 100-%-Prüfung ist eine Zusatzanforderung (S12). Bei Shockwave wird jedes Produktionsblech unabhängig von der bestellten Klasse mit automatisiertem Phased-Array-Ultraschall auf 100 % der Bindefläche geprüft.

Reparaturen, Schweißen und Zeugnisse

Fehler in der Auflage dürfen mit nach ASME Section IX qualifizierten Verfahren und Schweißern repariert werden, mit Farbeindringprüfung vor und nach der Reparatur; der Besteller kann eine vorherige Genehmigung verlangen. Das Zeugnis enthält die chemische Zusammensetzung von Grundwerkstoff und Auflage, die Ergebnisse der mechanischen und Bindungsprüfungen sowie etwaige Reparaturen.

Warum Sprengplattieren für Nickellegierungen

Sprengschweißen verbindet das Nickellegierungsblech im festen Zustand, sodass die Auflage ihre volle Walzchemie behält – ohne Eisenaufmischung wie beim Auftragschweißen – und der Grundwerkstoff seine Eigenschaften. Es eignet sich für dicke Grundwerkstoffe, Schmiedestücke und Rohrböden sowie für kleine Mengen, die ein Walzplattierwerk nicht annimmt. Shockwave plattiert in Vakuumkammern, was die Oxidation in der Bindezone minimiert. Auflagen von 1 bis 50 mm, Bleche bis 60 m² und 50 Tonnen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ASME SA-265?

Die Spezifikation für nickel- und nickelbasisplattierte Stahlbleche: ein unlegierter oder niedriglegierter Grundwerkstoff mit einer auf einer oder beiden Seiten gebundenen Schicht aus Nickel oder einer Nickellegierung, vor allem für Druckbehälter. Sie ist identisch mit ASTM A265.

Welche Legierungen können nach SA-265 plattiert werden?

Nickel 200/201 sowie die Legierungen 400, 600, 800, 825, 625, C-276, C-22, B-2 und weitere Nickelbasislegierungen nach ASTM B127, B162, B168, B333, B409, B424, B443, B463, B575, B582 und B625.

Welche Scherfestigkeit fordert SA-265?

Wenn der Besteller einen Scherversuch verlangt, mindestens 20.000 psi (140 MPa) zwischen Auflage und Grundwerkstoff. Alternativ können drei Biegeversuche vereinbart werden.

Welche Ultraschallklassen kennt SA-265?

Klasse 1 (einzelne ungebundene Fläche ≤ 25 mm, gesamt ≤ 1 %), Klasse 3 (≤ 75 mm, gesamt ≤ 3 %) und Klasse 5 (≤ 58 cm², gesamt ≤ 5 %). Ohne Angabe gilt Klasse 5.

Fällt Inconel-plattiertes Blech unter SA-265?

Ja. Die Legierung 625 und Legierungen vom Typ 600 (oft unter dem Handelsnamen Inconel® verkauft) sind Nickelbasislegierungen, die unter SA-265 fallen.

Verfasst von Joeri Hofstede, CEO von Shockwave Metalworking Technologies – Spezialisten für Vakuum-Sprengschweißen seit 1985.